Genderkonzept

Förderung von Jungen und Mädchen –

Gender Mainstreaming in der Gemeinschaftsgrundschule*

*bezieht das Geschlecht „divers“ mit ein

 

Die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg ist davon überzeugt, dass „gute Schule“ einer ganzheitlichen und nachhaltigen Förderung bedarf. Der Unterricht ist gekennzeichnet von besonderen Angeboten, die für jedes Kind die Chance bieten, die persönliche beste Leistung zu erreichen. Dabei legt die Schule den Fokus auf die Wahrnehmung der Stärken jedes Kindes als Grundlage des Entwicklungsprozesses. Die Schülerinnen und Schüler erleben eine strukturierte Umgebung, die durch einen ritualisierten Ablauf geprägt ist. Zudem erfahren sie eine Kultur des miteinander Lebens und Lernens, an deren Gestaltung sie aktiv mitwirken. Durch diese partizipativen Überlegungen und Innovationen auf der einen Seite sowie den konsequenten Regeln innerhalb eines festen Rahmens auf der anderen Seite wird den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, sich motiviert auf den Weg zu einem selbstbestimmten, sozialen Mitglied der Gesellschaft zu begeben.

Ein offenes Miteinander, Verständnis füreinander und gegenseitige Akzeptanz in Schule zu ermöglichen, gelingt nur dann, wenn die unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten jedes Kindes erkannt und akzeptiert werden und wenn es Forderung und Förderung gemäß seiner individuellen Fähigkeiten erfährt. Anspruch der Schule ist daher die Förderung ALLER Kinder, die mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen die Schule besuchen.

Das Leitbild der Gemeinschaftsgrundschule mit den verschiedenen Schwerpunkten wurde vor diesem Hintergrund entwickelt. Dabei war auch die Berücksichtigung der verschiedenen Interessen und Neigungen von Mädchen und Jungen von zentraler Bedeutung. So ist in jedem einzelnen Schwerpunkt des Leitbildes das individuelle Fördern und Fordern von Jungen und Mädchen, von ALLEN Kindern erkennbar:

 

  • Herausforderndes Lernen: Neben den fest im Stundenplan verankerten Talentförderstunden in Mathematik und Französisch (àmathematische und sprachliche Talentförderung) finden in wechselnden Talentförderstunden wie zum Beispiel Calliope (àTalentförderung Programmieren/Kombinieren) oder Schülerband (àmusikalische Talentförderung) die unterschiedlichen Neigungen und Begabungen Berücksichtigung. Damit werden Interessensgebiete von Jungen und Mädchen gleichermaßen in den Mittelpunkt unseres Unterrichtes gerückt.

Im alltäglichen Unterricht, außerhalb der expliziten Begabtenförderung, fördern und fordern wir Lerninhalte der unterschiedlichen Fächer mit gezielter Methodenauswahl und anschaulichem Lernmaterial. Für den Sachunterricht können die Schüler und Schülerinnen beispielsweise mit Themenkisten (Schwimmen und Sinken, Magnetismus, Strom, Brückenbau) arbeiten und verschiedene Experimente durchführen. Dabei sind verschiedene Herangehensweisen möglich, die die Mädchen und Jungen für ihren individuellen Lösungsweg wählen können.

Die Talentbörse, an der jeder Junge und jedes Mädchen mindestens einmal während seiner Grundschulzeit teilgenommen haben sollte, ist auf die Interessen und Neigungen der ganz unterschiedlichen Kinder ausgelegt. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgrund ihrer Persönlichkeit, ihrer (vielleicht noch verborgener) Potenziale und aufgrund ihres Interesses einem Projekt zugeordnet, in dem sie über ein Quartal hinweg gefördert und gefordert werden.

Die Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg arbeitet mit der Universität Münster im Programm der Bund-Länder-Initiative LemaS (Leistung macht Schule) zusammen. Ziel ist es, Leitbild und Unterricht auf das frühe Entdecken der Potenziale von Schülerinnen und Schülern und deren Förderung auszulegen.

 

  • Nachhaltiges Lernen: Neben dem Europaprofil bietet unser Profil Bildung für Nachhaltigkeit verschiedene Erfahrungsbereiche, sich mit Themen des Natur- und Klimaschutzes sowie mit kulturellen Gebräuchen und Lebensweisen und deren verschiedenen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. In den unterschiedlichen Bereichen finden sich vor allem genderübergreifende Interessensgebiete.

 

  • Bewegtes Lernen: Die Gemeinschaftsgrundschule stellt sich durch verschiedene AGs (Fußball, Tennis, Tanzen, Tischtennis, Leichtathletik, verschiedene Bewegungsangebote) sehr sportlich auf. Im Bereich Fußball bieten wir eine Jungen- und eine Mädchen-AG an. Mit den beiden Mannschaften nehmen wir auch an Wettkämpfen teil. Im Sportunterricht wird bei den unterschiedlichen Lerninhalten darauf Wert gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst sportlich motiviert an alle Aufgaben herangehen. So erlernen Mädchen und Jungen zum Beispiel die verschiedenen Disziplinen des Turnens und erproben sich beim Thema „Ringen und Raufen“ (vgl. Lehrplan).

Auch in anderen AGs wird der Gendergedanke berücksichtigt; wechselnde AGs wie zum Beispiel „Nähen“, „Kochen“, „Karaoke“ und „Schwarzlichttheater“ können im Nachmittagsbereich gewählt werden.

Unser Schulhof lädt zum Spielen für Jungen und Mädchen gleichermaßen ein: Neben einem großen Klettergerüst mit Rutsche bieten verschiedene Spielgeräte sowie Fußballtore vielerlei Spielmöglichkeiten. Aus unserer „Villa Toni“ können die Kinder sich Spielzeuge wie Pferdegeschirre, Stelzen oder Hüpf- und Rollfahrzeuge ausleihen.

 

  • Digitales Lernen: Beim Arbeiten mit iPads oder an der digitalen Tafel finden Jungen und Mädchen Interesse. In den unterschiedlichen Kompetenzbereichen wie zum Beispiel „Kommunizieren und Kooperieren“, „Produzieren und Präsentieren“ oder „Analysieren und Reflektieren“ aus dem Medienkompetenzrahmen NRW, an dem sich das digitale Lernen an der Gemeinschaftsgrundschule orientiert, finden sich Interessenbereiche von Jungen und Mädchen gleichermaßen wieder. Über die Leseplattform Antolin wählen Mädchen und Jungen Bücher ihrer Wahl und bearbeiten anschließend die dazugehörigen Fragen online. Auch in unserer Schülerbücherei, die viele Bücher für Mädchen und Jungen verschiedener Lesestufen, Interessensgebieten und Genres beherbergt, können Bücher jederzeit ausgeliehen werden.

 

  • Demokratisches Lernen: In der Gemeinschaftsgrundschule werden die Jungen und Mädchen partizipativ in Planungen und Umsetzungen miteingebunden. In den Klassengemeinschaften werden zum Beispiel im Klassenrat neue Ideen besprochen, es wird diskutiert und letztlich demokratisch entschieden. In jeder Klasse der Schule wird ein Klassensprecher und eine Klassensprecherin gewählt. Im Schülerparlament treffen diese sich zu regelmäßigen Sitzungen und beraten über Änderungen etc. Die Klassensprecherinnen und Klassensprecher fungieren als „Sprachrohr“ und tragen Wünsche und ggf. Probleme der Mitschülerinnen und Mitschüler in das Schülerparlament und Ergebnisse und Lösungsvorschläge wieder zurück in die Klassen. Auch bei klasseninternen Projekten, der Buchwoche oder der Projektwoche der Schule ist es erwünscht, dass sich die Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsgrundschule mit ihren Innovationen und interessensgebieten miteinbringen.

 

  • Tiergestütztes Lernen: Der Einsatz von Tieren in der Institution Schule trägt sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen in vielfältiger Weise zum Abbau von Ängsten und Aggressionen, zur Steigerung des Selbstwertgefühls und einfach zum Wohlfühlen bei. Bei unseren Sonnentieren, beim heilpädagogischen Reiten oder bei unserem Schulhund Bruno lernen die Mädchen und Jungen Verantwortung zu tragen und gemeinsam Ziele zu erreichen.

 

  • Individualisiertes Lernen: Die Wahrnehmung der Stärken jedes Schülers und jeder Schülerin haben an der Gemeinschaftsgrundschule einen besonders hohen Stellenwert. Damit einher geht, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst motiviert arbeiten und Interesse für neue Lerninhalte entwickeln. So wird z.B. bei der Auswahl von Lektüre oder bei Themen des Sachunterrichts darauf großen Wert gelegt, die Interessen von Mädchen und Jungen gleichermaßen anzusprechen.

Auch in unserem „Spielezimmer“, den wir im Rahmen des gewonnenen Wettbewerbs „Spielen macht Schule“ mit verschiedenen Spielen, Spielfiguren und vielem mehr unter Einbeziehung der Wünsche der Jungen und Mädchen unserer Schule ausstatten konnten, fühlen sich alle Kinder der Schule wohl.

Im Programm „Kultur und Schule“, das in jedem Jahr nach einem neuen Themenschwerpunkt ausgesucht wird, dürfen sich vorwiegend die Mädchen und Jungen der Ganztagsklassen auf ganz unterschiedliche Art und Weise kreativ betätigen.

 

  • Soziales Lernen: Das Wahrnehmen von Mitschülerinnen und Mitschülern in ihrer Unterschiedlichkeit, das Akzeptieren und Wertschätzen dieser und die Vielfalt der Gemeinschaft als Bereicherung erleben, wird als Grundlage des sozialen Lebens und Lernens an der Gemeinschaftsgrundschule verstanden. Dass Jungen und Mädchen sich gegenseitig mit all ihren geschlechtertypischen und ebenso geschlechteruntypischen Verhaltensweisen wahrnehmen, ihre Stärken losgelöst von sämtlichen Rollenklischees entdecken und ihre Potenziale unabhängig davon entfalten, ist in der Gemeinschaftsgrundschule von besonderer Bedeutung.

Unsere Schulsozialarbeiterin unterstützt unsere Jungen und Mädchen bei der Lösung von Konflikten und bietet zusätzlich Workshops zur Deeskalation an.

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